Best of the year 2012-2013 - page 3

Standlautsprecher 83
Nr_1-2012
te s1 der exzellente TIW 200 XS aus dem
Hause Visaton. Der Zwanziger ist im Bass-
bereich zu Hause und tritt mit zahlreichen
Verbesserungen das gewichtige Erbe der
legendären TIW-Chassisreihe aus Haan
an. Mit seiner steifen Sandwichmembran
und dem auf Verlustarmut gezüchteten
Antrieb mit exorbitanter Hubfähigkeit ist
er der ideale Spielpartner für den MSW.
Daniela Manger verordnet ihm den Fre-
quenzbereich ab 330 Hz abwärts in einem
geschlossenen Gehäuse, das bauartbedingt
vielleicht nicht mit ultimativem Tiefgang,
aber dafür mit vorbildlicher Basspräzision
glänzt. Ersteres besorgt die sehr hochwer-
tige Aktivelektronik quasi im Nachgang.
Sie befeuert sowohl die MSMc1 als auch
die s1 komplett und macht weitere Verstär-
kung überflüssig. Der Moduleinschub ist
auf der Rückseite der eleganten Standsäule
untergebracht, die sich eng um die beiden
Lautsprecherchassis schmiegt und mit der
seidenmatt lackierten Oberfläche und sanft
gerundeten Kanten ein äußerst stimmiges
Tonmöbel ist. Und gewichtig ist es noch
dazu: Zsammen mit dem vollmetallenen
Fuß bringt eine s1 satte 48 Kilogramm auf
die Waage – das will man nicht den ganzen
Tag durch die Gegend wuchten. Als Option
gibt es natürlich auch Varianten mit be-
lastbarer Nextel-Oberfläche oder in edlem
Klavierlack.
Anlage
Plattenspieler:
Acoustic Solid Machine mit SME
M2-12 und Clearaudio Goldfinger
Phonovorverstärker:
Mal Valve Preamp Three Phono
CD-Player:
Trigon Recall II
Vorverstärker:
Mal Valve Preamp Four Line
W
enn Sie sich ernsthaft mit Lautspre-
chern beschäftigen, kommen sie
an ihm nicht vorbei: dem Manger-Wand-
ler. Er ist der, der anders funktioniert.
Der, welcher dem konventionellen Laut-
specherchassis den Rücken zuwendet, weil
er mit dessen Schwächen nicht leben will.
Erdacht hat Josef W. Manger ihn bereits in
den 60ern des vergangenen Jahrhunderts,
als er sich mit dem Zeitverhalten von Auf-
nahme- und Wiedergabetechnik beschäf-
tigte. Nach dem Gewinn der Erkenntnis,
dass ein übliches Lautsprecherchassis
prinzipbedingt eine gewisse Zeit zum
Einschwingen braucht und das mensch-
liche Gehör auf diesen Vorgang auch noch
höchst sensibel reagiert, kam die logische
Konsequenz: Das muss auch besser gehen.
Am Ende dieser Überlegung steht die ak-
tuelle Generation des Manger-Schallwand-
lers, kurz MSW. Über die Jahre wurde er
stetig verfeinert, verbessert und gepflegt.
Inzwischen hat Josef Manger die Geschäfte
an seine Tochter Daniela abgegeben, die
sich dem Thema mit gleicher Konsequenz
und technischer Tiefe widmet.
Der Clou des MSW ist die per koventio-
neller Schwingspule angetriebene, außen
fest eingespannte und biegeweiche Mem-
bran. Diese lenkt nicht kolbenförmig aus,
sondern lässt Wellen über die Oberfläche
laufen. Die tatsächlich aktive Oberfläche
reguliert sich mit der wiederzugebenden
Frequenz selbsttätig, gezielte Dämpfungs-
maßnahmen fangen die Wellenreste im
Zentrum wie am Rand ab. Diese Funkti-
onsweise ist der des menschlichen Ohrs
gar nicht so unähnlich und sorgt dank Eli-
mination von Masse und Einschwingvor-
gängen für die praktisch verzögerungsfreie
Erzeugung von Energie. Dadurch werden
Schallereignisse extrem realitätsnah repro-
duziert.
Dafür klemmt es im Bass ein bisschen: die
eingespannte Folie begrenzt die mögliche
Auslenkung. Zwar ist der MSW bis in den
Bassbereich hinein aktiv, so richtig wohl
fühlt er sich allerdings mit einer Bass-
ergänzung durch einen Tieftöner. Der
muss natürlich genau aufpassen, dass er
sich in seinem Frequenzabschnitt mög-
lichst präzise verdingt, denn jede Unregel-
mäßigkeit deckt der MSW schamlos auf.
Eine entsprechend hohe Qualität sichert
sowohl im eingangs erwähnten Studiomo-
nitor MSMc1 als auch in der Heimvarian-
Der Stern, bei dem sich alles ver-
dichtet: Der legendäre Manger-
Wandler ist optisch außergewöhn-
lich und klanglich eine Wucht
Floorstandi g Loudsp ak
Equipment
I
f you are seriously into loudspeakers,
there is one model you will encounter
time and again: th Manger Sound Trans
ducer. It i th one which works differently
The on which turns its back on the con
ventional loudsp aker hassis, as it refuses
to live with its impairme ts. This sound
transducer wa invented by Josef W. Ma -
g r in the 1960s whe h xplored the time
re ponse of recording and r production
tec nologies. Aft r Mr Manger found out
ha conventional loudspeaker chassis al-
w y exhibit an inherent transient time to
which th human ear r sponds very sen-
sitively, he came to t e logical conclu ion:
There must be a b tter s lution than this.
De ade of research and development re-
sulted in the current generation of Manger
Sound Transducers (a.k.a. MSW). Through
h y ars they have been constantly ho e ,
enhanced and cultivated. By now Jos f
Man er has handed over operational busi-
ness to is d ught r D i la who devotes
hers lf to this opic with the sam dedica-
t on and tec nic l expert se.
The hig light of the MSW is certainly its
flexible membrane which is d iven via a
conventional voice coil and fixed on the
ou er rim. The system do s not move like
a piston but runs waves across the surf ce.
High frequencies are g nerated near t
the center and lower frequencies sp ead to
the r m of t e emb ane. R sidual waves
at the cent r and on the rim are damped.
The sound transducer works similar o the
human ear and generates energy with vir u
ally no delay as inertia and transient effect
are el minated. This res lts in an extremely
natural repr duction of sonic events.
The bass ange is a bit subdued, however.
The built-in foil limits the potential x-
cursion. Although the MSW reac es way
own into the bass range it does not mind
a little h lp from a complementary woofer.
With the high-quality TIW 200 XS from
Visato the Manger Sound Transducer has
found the ideal combatant which s ays pre-
cise y in its frequ ncy range and performs
his task perfectly both i the above-men-
tioned MSM 1 studio monitor and in the
1 ome model. This 20 cm loudspeaker
is made for th low range an prov s to
be – thanks to numerous enhancements –
a worthy successor to the legend ry TIW
ch s is line from Ha . With ts rigid
sandwich membra e and its efficient drive
it exhibits immense stroke capacity and
matches the MSW ingen ously. Daniela
Manger assigned it to the frequency range
from 330 Hz downward and housed i i
a clos d cabinet which due to its construc-
tion does not excel in ultimate low range
but n exempla y bass pr cision. The for
mer is taken c re of by the excelle t active
ele tr nics afterward . They drive all com-
pon nts of t e MSMc1 and s1 and make
dditional amplification dispen able. The
module ins t resides on the back f t e l
e antly styled fl orstanding column which
closely n zzles ar un the two loudspeaker
cha sis and feat res a silk-ma finish and
smoothly rounded dges. No other piece
of urniture looks and sou ds as beautiful.
A d it’s quite heavy, too. Together with the
metal so k t t e 1 weighs impressive 108
lbs – too heavy to carry around all day lo g.
Robust N xtel and noble piano lacquer fin-
ishes are available as options.
Record Player:
A lid Machine with SME
2 and Clearaudio Goldfinger
Amplifier:
Mal Valve Preamp Three Phono
l er:
i
ecall II
Preamplifi
rea p Four Line
The star which emanates the magic:
The lege dary Manger Sound
Transducer is a visual ye-catcher
and an acoustic sensation.
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